Interview mit der Parteivorsitzenden des B.L.U.T.

Die Bundestagswahl ist nun vorbei, die politischen Verhältnisse sind für die nächsten vier Jahre geklärt. Mehrere Parteien haben Stimmen verloren oder zumindest nicht so gut abgeschnitten, wie man es erwartet hatte. Das gilt nicht zuletzt auch für den B.L.U.T. und seinen Kanzlerkandidaten Cthulhu, der sein Wahlziel, die alleinige absolute Mehrheit im Bundestag zu erringen, nicht erreichte. Und das, obwohl im Wahlkampf niemand so aufgefallen war und die Menschen immer wieder in Erstaunen, wenn nicht sogar in Angst und Schrecken versetzt hatte wie der Große Cthulhu. Die Parteivorsitzende des B.L.U.T., Dr. P. Kristino, stellte sich den Fragen der Webmaster.

Frage: Frau Dr. P. Kristino, herzlichen Dank, dass Sie sich bereiterklärt haben, uns einige Fragen zu beantworten. Und hier gleich die erste: Der B.L.U.T. hat sein Wahlziel verfehlt. Sind Sie enttäuscht?

Kristino: Erst einmal will ich den Wählerinnen und Wählern danken, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir haben eine hervorragenden Wahlkampf geführt und sind auch nur knapp unterlegen. Enttäuscht? Wissen Sie, es gibt Politiker, die nichts mehr mit ihrem Leben anfangen können, wenn sie nicht gewählt werden. Dazu gehört bei uns niemand. Wir haben auch andere Lebensinhalte.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel den Leuchtenden Trapezoeder.

Worin sehen Sie denn die Gründe für Ihre Wahlniederlage?

Da gibt es eine Reihe von Gründen. Einmal haben wir unser Wählerpotential nicht ausgeschöpft. Auf Ihrer Website Cthulhumobil.de haben zum Beispiel viele Surfer bei der Frage nach dem besten Kanzlerkandidaten angekreuzt "Weiß nicht, habī aber Angst". Das waren alles potentielle B.L.U.T.-Wähler! In den nächsten Wochen müssen wir sorgfältig analysieren, warum wir die nicht endgültig zu uns herüberziehen konnten. Zweitens das Hochwasser in Ostdeutschland und Bayern. Die Menschen haben anscheinend vermutet, der Große Cthulhu habe damit irgendwas zu tun, was natürlich völlig falsch ist. Drittens haben sicherlich auch die Vorankündigungen für die neue Pegasus-Publikation "Auf den Inseln" eine Rolle gespielt. Darin werden Cthulhu und Seine Wesen aus der Tiefe auf das Übelste verleumdet! Gerade in Schleswig-Holstein haben wir deswegen sehr schlecht abgeschnitten.

War Ihre Taktik richtig? War Cthulhu der richtige Kanzlerkandidat?

Es gibt keine andere Partei, die so einen originellen, zugleich aber immer sachorientierten Wahlkampf geführt hat wie der B.L.U.T. Das ist nicht zuletzt unserem Kandidaten zu verdanken. Mit Seiner Persönlichkeit, Seiner Ausstrahlung hat Cthulhu alle anderen weit überragt. Und dieser Vorwurf von Gerhard Schröder im Bundestag, der B.L.U.T. wäre mit Angela Merkel als Kanzlerkandidatin besser gefahren, ist absurd!

Das war an die CDU/CSU gerichtet.

Wie auch immer.

Aber hätten Sie nicht in den Wahlkreisen Direktkandidaten aufstellen und dann hoffen sollen, über drei Direktmandate in den Bundestag einzuziehen? Immerhin scheinen Sie ja im Herzen der großen Stadt Berlin und auch um Ulm herum Hochburgen zu besitzen.

Können Sie sich Wesen aus der Tiefe vorstellen, die im katholischen Pfarrheim mit dem Strickkreis der Frauengruppe über Gesundheitspolitik diskutieren?

Nein.

Sehen Sie, ich auch nicht.

Letzte Frage: Tritt Cthulhu in vier Jahren wieder an?

Wir scheinen uns diesmal geirrt zu haben: Die Sterne standen doch nicht richtig. Aber für Ihn sind vier Jahre eine kurze Zeit. Vermutlich reichen sie gar nicht, um nach R`lyeh zurückzukehren. Und wo Er schon mal da ist, wird Er sicher wieder kandidieren!

Frau Dr. Kristino, herzlichen Dank und viel Glück für Ihre Suche nach dem Leuchtenden Trapezoeder.


Probe sitzen auf der Regierungsbank

Besuch im Reichstag: Kanzlerkandidat des B.L.U.T. an künftiger Wirkungsstätte?

Berlin. Schon der vierte Kanzlerkandidat an diesem Tag, der Einzug in das ehrwürdige Reichstagsgebäude hält. Am Vormittag Gerhard Schröder (SPD), Edmund Stoiber (CDU/CSU) und Guido Westerwelle (FDP), mit mehr oder minder großer Entourage. Der Bundestag debattiert über die Entschädigung der Flutopfer. Beobachter auf der Tribüne bemerken, dass sich alle Redner offensichtlich beeilen. Es ist auch verständlich, dass sie schleunigst fertig und aus dem Gebäude sein wollen, denn für den Nachmittag hat Er sich angekündigt ...
Keine begleitenden Polizeiwagen sind zu sehen, als das quietschgelbe Cthulhumobil vorfährt. Keine Bodyguards sind notwendig, um Ihm lästige Fotografen vom Hals zu halten, als Er aussteigt, gütig in die Menge winkt und dann die Stufen zum Eingang erklimmt. Denn es würde sowieso niemand wagen, Ihm zu nahe zu kommen oder gar ein Attentat auf Ihn auszuführen! Und die Fotografen brauchen nicht einmal ein Tele-Objektiv, wenn sie auf Abstand bleiben.
Cthulhu streicht durch die langen Gänge und Flure, geht zwischen den Abgeordnetensesseln im leeren Plenarsaal umher, betastet prüfend das Polster der Regierungssitze, fläzt sich in den Sessel des Bundeskanzlers, quetscht sich hinter das Rednerpult, schaut wie ein echter Redner visionär ins Ungefähre und hebt zu einer Proberede an. Doch seine Anhänger, die mittlerweile in den Plenarsaal geströmt sind, warten vergeblich. Stattdessen ergreift Er plötzlich die Mikrofonanlage, reißt sie aus der Verankerung und schleudert sie in die Ecke. Dasselbe tut Er anschließend mit dem stilisierten Bundesadler, der gewöhnlich über den Köpfen der Parlamentarier an der Wand hängt. Dann schreitet Er unter dem Jubel seiner Anhänger aus dem Saal, steigt in Sein Cthulhumobil und knattert davon. Die ersten Aufräumtrupps eilen in den Reichstag.
Ein Sprecher des B.L.U.T. überbringt nachher die Botschaft, dass Er mit Seinem ersten Besuch an der wahrscheinlich künftigen Wirkungsstätte gar nicht zufrieden gewesen sei. "Das Gebäude ist viel zu klein! Und wie soll es erst mal werden, wenn Er Sein Kabinett mitbringt? Es müssen auf jeden Fall einige Umbaumaßnahmen durchgeführt werden, und Er hat gleich schon mal damit angefangen. Beispielsweise die Mirofonanlage: Wozu braucht Er eine Mikrofonanlage?" Auf eine Reporterfrage, ob auch der Bundesadler einer Umbaumaßnahme zum Opfer gefallen sei, meint der Sprecher verneinend: "Der Bundesadler erinnerte Ihn an Atlach-Nacha. Und den mag Er nicht."


Go Trabi Go

Im Cthulhumobil gegen den Weltmeister / Schumi: "Tsathoggua? Da gibt es Schärferes!"

Klettwitz. Dass er nicht nur ein politisches Schwergewicht, sondern darüber hinaus auch noch schnell ist, stellte der Kanzlerkandidat des B.L.U.T. am vergangenen Wochenende auf dem Lausitzring unter Beweis. Der Gegner: kein geringerer als Michael Schumacher, fünffacher Formel 1-Weltmeister und schnellster Mann der Welt. Das Gefährt des Großen Alten: das bekannte und beliebte Cthulhumobil. Schumis Auto: nicht sein Ferrari, sondern zwecks Chancengleichheit eine Nummer kleiner.
Gleich in der ersten Runde setzte sich das Cthulhumobil in Führung, dicht gefolgt von dem Weltmeister. Irritationen hatte es zuvor gegeben, als Cthulhu den Mann, der die Startpistole bediente, mit einem Seiner Tentakel ergriff und auf dem Asphaltboden zermalmte. Eine Sprecherin sagte nachher entschuldigend: "Wir bedauern dieses Missverständnis zutiefst. Der Große Cthulhu reagiert reflexartig immer so, wenn Leute mit Schusswaffen auf Ihn zukommen. Diese lästige Angewohnheit wird Er schleunigst ablegen!"
Zurück zum Rennen: Bis zur fünften Runde lag das Cthulhumobil in Führung, als sich der Große Alte verbremste und ins Kiesbett rutschte. Schumi nutzte die Gelegenheit und zog vorbei. Kurz darauf leistete sich Cthulhu eine kleine unfaire Attacke, für die er zu Recht mit einer Zeitstrafe belegt wurde: Er ergriff mit einem Tentakel Schumis hintere Stoßstange und hielt ihn fest, bis er selbst wieder in Führung lag.
An dieser Reihenfolge - erst das Cthulhumobil, dann Schumi - änderte sich nichts mehr, bis der Große Alte kurz vor Schluss zum Reifenwechsel in die Boxengasse fahren musste. Die als Mechaniker ausgewählten Wesen aus der Tiefe liefen jedoch leider bloß unkoordiniert und desorientiert durch die Gegend, so dass sich Cthulhu irgendwann nicht anders zu helfen wusste, als Sein Gefährt huckepack zu nehmen und mit ihm den Rest der Strecke zu Fuß zurückzulegen. Schumi ließ sich die Chance natürlich nicht entgehen, Ihn zu überholen und als erster die Ziellinie zu überqueren - wenn es auch ein knappes Finish war.
Ein hervorragender zweiter Platz gleich im ersten Versuch - Er hatte deutlich mehr erreicht, als erwartet worden war! Und auch Schumi war mit seinem Sieg zufrieden, denn Cthulhu hatte ihn deutlich mehr gefordert als seine Kollegen aus dem Formel 1-Zirkus. Es trübte allerdings etwas die Stimmung, dass er sich abfällig über Sein Boxenluder Tsathoggua äußerte: "Tsathoggua? Da habe ich schon deutlich Schärferes gesehen!"


Das Beste kommt von oben!

Cthulhu beim Bundesliga-Auftakt / Wo ist Möllemann?

Gelsenkirchen. Samstag, 10.8.2002, 15:20 Uhr. In der beeindruckenden Arena "Auf Schalke" herrscht eine ausgelassene Stimmung. 60.000 haben sich eingefunden, um zum Auftakt der Fußball-Bundesliga ihrer Mannschaft gegen den VfL Wolfsburg zuzujubeln. Bratwurstduft, in Strömen fließendes Bier, Konfetti, ein Meer aus Königsblau - endlich wieder Bundesliga! Nur noch zehn Minuten bis zum Anpfiff! Die Spannung steigt. Aber vorher noch, wie so oft: FDP-Mitglied und Verwaltungsratsvorsitzender des Vereins Jürgen W. Möllemann will mit dem Fallschirm ins Stadion trudeln, genau in der Mitte des Spielfelds landen und den Anstoß vornehmen. Diesmal hat er sogar noch einen Überraschungsgast angekündigt, den er kürzlich auf einer Wahlkampfveranstaltung kennen gelernt haben will.
Zehntausende Köpfe blicken erwartungsvoll nach oben. Strahlender Himmel, fast königsblau, man kann weit blicken. Und da - da ist er! Bzw. sind sie. Zwei dunkle Punkte, die langsam näher kommen, der eine bedeutend größer als der andere. Und er wird größer und immer größer. Als er noch näher kommt, verschwindet der kleinere Punkt. Ein drohender Schatten taucht die Schalke-Arena ins Dunkel. Er ist grünlich-weiß, trägt einen gewaltigen, gelben Springanzug und hat wie ein professioneller Fallschirmspringer Arme und Beine weit ausgebreitet. Aber da ist noch mehr: Stricke scheinen von seinem Gesicht auszugehen, als wenn er gerade gigantische Spaghetti verzehren würde. Ein Geräusch ertönt - ein kurzes Wusch -, und ein enormer Baldachin wölbt sich am Himmel: Der merkwürdige Springer hat seinen Fallschirm geöffnet und trudelt nun langsam und sicher das letzte Stück zur Erde hernieder. Und als er näher kommt, sehen die Fans, dass alle Furcht sinnlos war: Es ist der Große Cthulhu, Kanzlerkandidat des B.L.U.T. Aber wo, fragen sie sich, bleibt Möllemann?
Cthulhus Fallschirm ist so groß, dass Christo den Berliner Reichstag zweimal damit hätte verhüllen können. Aber er erfüllt seinen Zweck: Der Große Alte wird zwar noch einmal vom Wind ergriffen und dreht eine spielerische Pirouette um die eigene Achse, aber dann landet Er doch sicher auf dem Spielfeld, während die dort anwesenden Spieler von Ehrfurcht ergriffen auseinander stieben, um Ihm Platz zu machen. Cthulhu ergreift den Ball und nimmt dem Schiedsrichter die Pfeife ab. Gravitätisch, den Fallschirm wie eine Königsschleppe hinter sich herziehend, begibt Er sich zum Anstoßkreis, legt den Ball dort nieder und gibt das Signal zum Beginn. Doch erst als Er das Spielfeld verlassen hat und unter dem Jubel der Massen auf der Ehrentribüne Platz genommen hat, wagen sich die Spieler hinter den Banden hervor, wo sie sich verschanzt haben.
Doch eine Frage bleibt auch nach dem Spiel, das übrigens wenig aufregend war und von der Heimmannschaft knapp gewonnen wurde: Wo war Möllemann? Eine Sprecherin des Großen Alten sagte nachher auf entsprechende Fragen der anwesenden Journalisten: "Cthulhu kann es sich auch nicht erklären. Beim Absprung aus dem Flugzeug war Möllemann direkt unter Ihm, weil er als der erfahrenere Fallschirmspringer darauf bestanden hatte, als erster rauszugehen." Und ein Schalke-Offizieller forderte nachher: "Falls Möllemann nicht wieder auftaucht, muss Cthulhu seinen Posten im Verwaltungsrat übernehmen!"


Hastur: Unaussprechliche Vorwürfe!

Schattenminister des B.L.U.T. kurzzeitig unter dem Verdacht der Bereicherung / Verwechselung lag vor

München. Im Zuge der jüngsten Politikeraffäre ist auch Hastur, im Kompetenzteam des Großen Cthulhu für das Verkehrsressort zuständig, unter den Verdacht geraten, dienstlich erflogene Bonus-Meilen der Lufthansa privat genutzt zu haben. Gegenüber der Presse verteidigte er sich mit dem wenig glaubhaften Argument: "Lufthansa? Ich kenne die Dame gar nicht!" Die bei der eilig eingerufenen Pressekonferenz anwesenden Medienvertreter glaubten ihm aber dennoch, da sie sich persönlich davon überzeugten, dass Hastur weder in eine Boeing noch einen Airbus hineinpassen würde.
Am Nachmittag lösten sich dann alle noch verbliebenen Zweifel an der Unschuld des Großen Alten in Luft auf. Ein Sprecher der Zeitung, die den Verdacht aufgebracht hatte, gab kleinlaut zu, dass man wohl einem Irrtum aufgesessen sei, der auf einer simplen Namensverwechslung beruhe: Die Bonus-Meilen privat genutzt habe nicht Hastur, sondern der Bundestagsabgeordnete Stephan Haastert. Die Zeitung entschuldigte sich offiziell bei dem Großen Alten. Hastur jedoch gab sich unversöhnlich: "Ich werde in der Redaktion mal ein Byakhee vorbeischicken, das mit denen klärt, wie verantwortungsvoller Journalismus aussieht!"


Sieg mit 75 Längen Vorsprung

Cthulhu düpiert beim Wettrudern auf der Ruhr die politische Konkurrenz / Zeichen für die Bundestagswahl?

Mülheim an der Ruhr. Beim traditionellen Drachenbootfestival im beschaulichen Mülheim an der Ruhr hatten die Veranstalter diesmal eine besonders gute Idee gehabt: Für hochkarätige Unterhaltung sollten neben den phantasievoll geschmückten Drachenbooten nicht nur beliebte Bands wie Tom Logan & die Smarties sowie die Steels sorgen. Der Große Cthulhu persönlich würde an dem Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung teilnehmen und sich im Wettrudern mit der örtlichen Politprominenz von SPD, CDU und den Grünen messen.
Als der erst vor kurzem von seinem Staatsbesuch bei George W. Bush zurückgekehrte Kanzlerkandidat des B.L.U.T. in seinem knallgelben Cthulhumobil vorfuhr, sank die Siegeszuversicht bei den Vertretern der anderen Parteien deutlich. Und als Er dann Seine Tentakel dehnte und streckte, um Sich warm zu machen, und die Muskeln spielen ließ, fragte sich sogar mancher von der FDP klammheimlich, ob ihr eigens aus der Landeshauptstadt geholter Mitruderer Jürgen W. Möllemann wirklich eine Verstärkung darstellte!?
Nachdem alle Kontrahenten am Stand von Stauder Pilsener ein paar Fahrbier zu sich genommen hatten, ging es in die bereit gestellten Boote. Anhänger des B.L.U.T. moserten zwar hörbar: "Acht gegen einen - das ist unfair!", aber die Wettkampfleitung weigerte sich, Cthulhu einen zweiten Ruderer zur Seite zu stellen. Es wäre auch gar kein Platz mehr neben Ihm gewesen.
Der Lokalsender "Antenne Ruhr" (Slogan: "Volles Ohr") begann seine Live-Übertragung des Events, und dann ertönte auch schon der Startschuss. Die Ruderer von SPD, CDU und den Grünen legten sich gleich mächtig in die Riemen, während der Große Cthulhu, zur Verwirrung aller - gar nichts tat. Dann stieg Er sogar aus seinem Boot, um Sich am Stand von Stauder Pilsener ein weiteres Fahrbier zu genehmigen. Erst danach begab er sich mit aufreizender Langsamkeit wieder zu seinem Gefährt, um doch noch an dem Rennen teilzunehmen, während die Boote der anderen Parteien bereits weit enteilt waren. Cthulhu tauchte die Ruder gemächlich ins Wasser, zog einmal daran - und schoss an den anderen vorbei ins Ziel! 75 Bootslängen Vorsprung wurden gemessen, und Seine Bugwelle war so stark, dass selbst die Zuschauer auf den Ruhrbrücken nass wurden.
Die Vertreter der anderen Parteien erkannten Seinen Sieg mit für Politiker ungewohnter Deutlichkeit an. Selbst Jürgen W. Möllemann konnte nichts anderes sagen. Als die Konkurrenten nachher am Stand von Stauder Pilsener den Nachmittag ausklingen ließen, lobte er: "Der hat ja einen unglaublichen Zug drauf!" Und: "Vielleicht nehme ich den mal zum Fallschirmspringen mit. Die neue Bundesliga-Saison beginnt ja bald ..."
Ob Cthulhus Sieg auch über das Wettrudern hinaus Bedeutung zukommt, blieb nachher umstritten. "Quatsch, da ging's nur um Rudern", meinte einer der Reporter, "Auch in der Politik kommt es ja drauf an, die Ruder in der Hand zu halten", ein anderer. Ein Reporter wurde sogar umgehend aus dem Pressezelt geworfen, weil er einen ganz besonders üblen Kalauer gewagt hatte: "Das mag ein Zeichen für die Bundestagswahl gewesen sein. Hoffentlich kein Älteres ..."


Welche Zahncreme benutzt Cthulhu?

Treffen der letzten beiden verbliebenen Supermächte im Weißen Haus / Cthulhu lehnt Angriff auf den Irak ab

Washington. Es hat beinahe schon Tradition, dass sich der amtierende amerikanische Präsident zehn Minuten Zeit für einen deutschen Kanzlerkandidaten nimmt sowie ein Photo machen lässt, auf dem sich beide in vollster Übereinstimmung die Hände schütteln und das sich der Kanzlerkandidat dann über den Kamin hängen darf. Nicht so bei Cthulhus Besuch im Weißen Haus! Auch da wurden zwar eifrig Hände geschüttelt und Umarmungen ausgetauscht, doch immerhin empfing George W. Bush den Vertreter der zweiten Supermacht, und da verbot es sich, seinen Besucher kurz abzufertigen. Weit gefasst war daher die Agenda, die die beiden in ihren stundenlangen Unterredungen abhandelten. Im Laufe der Gespräche bat Cthulhu seinen Gastgeber, bei allen Plänen für eine Raketenabwehr im Weltall den interstellaren Flugverkehr der Byakhees zu berücksichtigen. Bush versicherte, dass er die Byakhees nicht als Schurkenstaat ansehe. Cthulhu äußerte sich positiv über das Ansteigen der Weltmeere und das Versinken ganzer Landstriche, was Er nicht nur als Zugeständnis an seine Gastgeber verstanden wissen wollte: "Wir brauchen mehr versunkene Kulturen, die später wieder entdeckt werden können. Außerdem ist nichts tot, was ewig liegt...". Einen Angriff auf den Irak lehnte Er dagegen ab: "Auch da gibt es Anhänger von mir, sogar auf höchster Ebene."
Bei der abschließenden gemeinsamen Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses rätselten die versammelten Medienvertreter aus aller Welt vor allem darüber, was Bush diesmal verkünden würde, um die tiefe Verbundenheit mit dem Großen Cthulhu zu betonen. Bei Tony Blairs Besuch vor einem Jahr hatte er zum Schluss den Journalisten enthüllt, er und Blair benutzten dieselbe Zahncreme. Spannung herrschte deswegen, als die beiden Spitzenpolitiker vor das Mikrofon traten. Doch was Bush zu sagen hatte, enttäuschte jeden der Anwesenden. Außer "Cthulhu und ich schlafen beide gern aus", fiel ihm nichts ein. Immerhin tauschte man hübsche Geschenke aus: So bekam George Bush ein 1:2-Miniaturmodell des Cthulhumobils (statt zwölf Meter nur sechs Meter lang), während der Kanzlerkandidat des B.L.U.T. mit einem Bruchstück der R`lyeh Disk zurück in seine Heimat flog.


Cthulhu bringt seine Liebesbotschaft unter das Volk

Erstmalig Technowagen der Großen Alten bei der Love Parade / Tausende von ekstatisch zuckenden Leibern - so gefällt es Ihm!

Berlin. Menschenmassen, die sich wie ein endloser Wurm hinter ein paar großen LKWs herbewegen. Tausende Leiber, die nichts anderes mehr kennen als die dumpfen, hämmernden Klänge aus monströsen Boxen. Auf formelle Kleidung legt niemand mehr wert, man tanzt, brüllt, strahlt ekstatisch. Man kennt keine Unterschiede mehr, sondern nur noch das gemeinsame Ziel: Spaß haben! Für eine bessere Welt, für Frieden, Liebe, Respekt und Toleranz demonstrieren! Bei visionären Mottos wie "One World, One Future" und "Access Peace" sollte es niemanden überraschen, dass diesmal auch ein Wagen der Visionäre schlechthin, der Großen Alten des B.L.U.T., mit um die Siegessäule kurvte, sondern man sollte sich eher fragen, warum es bis zur 14. Neuauflage dauerte, bevor Er Sich auf einer Veranstaltung zeigt, die geradewegs auf ihn zugeschnitten zu sein scheint?!
Kein Wunder, dass der Truck des B.L.U.T. der größte und eindrucksvollste auf der Love Parade war! Cthulhu persönlich stand auf dem Deck und gab fröhlich mit Seinen Terntakeln den Takt vor, verteilte Wahlprogramme, ließ Luftballons mit Liebesbotschaften steigen und warf Kuss"hände" in die Menge. Einhellig die Begeisterung über den Auftritt des größten aller Demonstranten: "Geile Performance!", "Cooles Outfit!", "Und der kann ganz ohne die kleinen, bunten Pillen so tanzen?", waren nachher die Stellungnahmen der Anwesenden. Initiator Dr. M. persönlich sagte in Abwandlung seiner berühmten Äußerung über die Bedeutung von Musik: "Cthulhu spricht Tausende von Sprachen, und alle können Ihn verstehen. Er kennt keine Grenzen und Nationalitäten!" Und auch bei der Berliner Stadtreinigung war man zufrieden: "Wir hatten schon Bedenken, dass Cthulhu wie die meisten Love Parade-Teilnehmer irgendwann in den Tiergarten pinkelt! Aber das hat er zum Glück doch nicht getan."


Rudi in R´lyeh

Kanzlerkandidat des B.L.U.T. trifft WM-Helden / Angeregte Plauderei mit Olli Kahn

Frankfurt/Main. Wie erst nach Ankunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bekannt wurde, hat der deutsche WM-Flieger nicht die direkte Verbindung von Yokohama nach Frankfurt genommen, sondern in R`lyeh Zwischenstation gemacht. Dort wurde Rudis WM-Helden ein begeisterter Empfang bereitet: Tausende von Wesen aus der Tiefe hopsten siegestrunken umher und säumten Fahne schwenkend die breite Straße, über die die Vize-Weltmeister mit dem knallgelben Cthulhumobil zu Cthulhus Privatdomizil gefahren wurden. Als sich der Kanzlerkandidat persönlich mit den Fußballern auf einem Balkon zeigte (jedenfalls hieß es, dass sie dort waren: Ein mitgereister Reporter konnte sie in 400 Meter Höhe leider nicht erkennen und kritisierte nachher die pressefeindlichen gewaltigen Ausmaße der Gebäude), kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Bei dem anschließenden Festbankett verwickelte der Große Cthulhu Teamchef Völler und Bundestrainer Skibbe in ein Fachgespräch über Fußballtaktik und gab ihnen aufbauende Worte mit auf den Weg. "Wir versuchen, 2006 Weltmeister zu werden, sonst 2010 oder vielleicht 4736. Zeit ist egal. Hauptsache, die Sterne stehen richtig!", zeigte sich Völler nachher überzeugt. Auch mit Oliver Kahn sah man den Kandidaten in eine angeregte Unterhaltung vertieft. Gefragt, worum es dabei ging, sagte Kahn anschließend: "Er hat mir gesagt, wie ich Yog-Sothoth kontaktieren kann. Der ist nämlich auch so eine Art Torhüter und kann mir sicherlich wertvolle Tipps geben, wie ich so Dinger wie die von Ronaldo künftig nicht mehr reinlasse."


Cthulhu will bei Kanzlerdebatte dabei sein

Großer Alter sucht das Duell mit Schröder und Stoiber / Klage eingereicht / ARD wehrt sich


Köln. Der Große Cthulhu (B.L.U.T.), überraschender vierter Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl am 22. September und für viele der Geheimfavorit, will bei den Kanzlerdebatten im Fernsehen dabei sein. Gestern reichte Sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. Dunkler, einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den zuständigen WDR beim Verwaltungsgericht Köln ein. Damit will Er erreichen, dass Er am 8. September live in der ARD mit den Kandidaten Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CDU/CSU) diskutieren darf. Dr. Dunkler sagte dieser Zeitung: „Ich kann ja verstehen, dass sich die anderen Parteien vor den schlagkräftigen Argumenten des Großen Cthulhu fürchten. Er ist als gnadenloser Diskutant bekannt und berüchtigt, der schon mehr als einen Gegner in den Wahnsinn getrieben hat. Aber Er hat das überzeugendere Programm, und da die Sterne richtig stehen, hat die breite Öffentlichkeit ein Recht darauf, es kennen zu lernen – so lange es überhaupt noch das Fernsehen gibt!" Die ARD will das nicht hinnehmen.
Sabine Christiansen, die zusammen mit Maybritt Illner die Diskussionsrunde zwischen Schröder und Stoiber moderieren soll, giftete in Richtung des Großen Alten: „Wer so lange unter Wasser gelebt hat, hat bestimmt eine feuchte Aussprache!" Für den Fall, dass auch Guido Westerwelle (FDP) mit einer ähnlichen Klage Erfolg hat, kündigte sie ferner an, dass sich Westerwelle und Cthulhu einen Studiosessel teilen müssen.